KultUp (5) beim hr-Sinfonieorchester – „Experiment mit frappierendem Charme“

KultUp (5) beim hr-Sinfonieorchester

Das war der KultUp (5) beim hr-Sinfonieorchester | Foto: Birgit Schmidt-Hurtienne

Das war er also: der erste Tweetup bei einem Orchester! Ermöglicht hat ihn das hr-Sinfonieorchester  am 16. September 2012, dem Tag der offenen Türe der hr-Orchester. Wir durften den Radio-Sinfonikern bei der Werkstattprobe und der anschließenden Aufführung der sinfonischen Dichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ unter der Leitung von José Luís Gómez über die Schultern schauen.

Es ist keine Selbstverständlichkeit in der deutschen Orchesterlandschaft und im Bereich der klassischen Musik, dass ein Sinfonieorchester auf diese Weise Einblick in seine Arbeit gewährt und die einzigartige Möglichkeit nutzt, mit einem Tweetup seinen Aktionsradius in den digitalen Raum zu erweitern. Deshalb noch einmal ein großes Dankeschön an das Orchester für seine Innovationsfreude und an das gesamte hr-Team im Hintergrund für die engagierte Unterstützung des Events.

Besonders hervorgehoben seien hier Moderator Christoph Werkhausen (@orchestrasvoice), der den KultUp am 15. September in der hr2-Sendung Treffpunkt hr-Sinfonieorchester ankündigte und das Publikum im Sendesaal über die KultUp-Teilnehmenden aufklärte, die auf ihre Smartphones starrten,

und die hr-Onlineredaktion, die den reichweitenstärksten Twitter-Account des Senders (@hronline) für zweieinhalb Stunden in den Dienst des KultUp gestellt hat, damit auch das Orchestermanagement mittwittern konnte:

Laut Hashtracking.com kamen alleine am Tag des KultUp-Events 400 Tweets zusammen, mit denen rund 65.000 Personen erreicht wurden.

Zahlen sind schön und in diesem Fall auch sehr beeindruckend, doch sie sind nicht alles. Viel interessanter ist aus unserer Sicht, ob und welche Gespräche vor und während des Events stattfinden. Wir wollten mit diesem KultUp Interesse für klassische Musik wecken und vermitteln, ohne dabei den Zeigefinger zu heben, sowie Menschen zusammenbringen.

Es scheint uns geglückt zu sein. Als Vorbereitung auf den KultUp haben wir unsere Follower über einen Zeitraum von vier Wochen kontinuierlich mit Hinweisen und Informationen versorgt. Von der ersten Ankündigung

über musikalische Hinweise aufs Stück,

zum Orchester selbst,

Berichte in anderen Blogs, etwa bei Vioworld,

Unterhaltungen

sowie einer Werkeinführung

Am Veranstaltungstag gab es eine vielschichtige Mischung von Tweets inklusive regem Dialog zwischen den Teilnehmenden. Auch aus dem virtuellen Publikum haben sich erfreulich viele aktiv am Geschehen beteiligt. Gemeinsam mit den Vor-Ort-Teilnehmern twitterten rund 30 Personen zum KultUp beim hr-Sinfonieorchester.

Hier ein kleiner Querschnitt:

Von einer Orchesterprobe zu twittern war auch für uns ein Experiment. Wir waren zwar überzeugt, dass ein Orchesterbesuch sich hervorragend eignet, einen unkomplizierten Zugang zu klassischer Musik zu eröffnen und den Teilnehmenden vor Ort einen spannenden Einblick in die Arbeit eines Sinfonieorchesters zu gewähren. Allerdings haben wir uns schon gefragt, ob es für die Online-Community genauso interessant ist, wenn sie auf das Wichtigste – die Musik – verzichten muss.

Deshalb haben wir uns sehr über das Feedback „Gezwitscher aus dem hr-Sendesaal“ aus Online-Teilnehmersicht gefreut, das uns bereits kurz nach dem KultUp erreichte:

„Dank der zahlreichen Tweets […] von den im hr-Sendesaal anwesenden Twitterern, darunter auch vom Hessichen Rundfunk selbst, die die Moderation inne hatten, war es sogar mir, und hoffentlich auch vielen anderen, möglich, die erlebten Eindrücke aufzunehmen, und das Gefühl zu haben beinahe wie Live dabei gewesen zu sein. Selbst mein Dreijähriger, er konnte dank zweitem Monitor die geposteten Bilder auf der eigens eingerichteten Twitter-Wall verfolgen, war besonders von dem Pauker begeistert.“

Heike Matthiesen (@gitarra), die im Sendesaal am KultUp teilgenommen hat, attestiert unserem Experiment einen „frappierenden Charme“ und hebt in ihren Gedanken zum ersten #kultup mit Musik das Einzigartige dieses Kulturvermittlungsformats hervor:

„Wir Twitterer von Profimusiker bis hin zu Kulturarbeitern haben ein Kaleidoskop erstellt, das von außen einen ganz anderen Einblick ermöglicht als nur die Sicht eines Einzelnen, jedem von uns sind andere Dinge aufgefallen und in der Multitaskherausforderung war eine reflektive Reaktion auf meine Mittwitterer für mich kaum möglich- bis ich merkte, daß genau dies das Faszinosum für die Mitleser sein muß: Wir saßen ja alle direkt nebeneinender und es sind inhaltlich und stilistisch komplett verschiedene Tweets entstanden, die als Puzzle eine ganz neue Form ergeben und die ein einzelner Twitterer nie hätte alleine erstellen können!“

Wir freuen uns sehr darüber, dass dieser erste Klassik-KultUp nicht nur für uns ein so großartiges Erlebnis war. Wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt, freuen uns über euer Feedback, gerne als Kommentar zu diesem Beitrag.

Birgit Schmidt-Hurtienne und Ulrike Schmid

Update 19.09.2012

Da wir in diesem Beitrag nur einen kleinen Auszug der Tweets präsentieren konnten, haben wir bei Storify eine ausführliche Zusammenfassung des KultUp (5) veröffentlicht:
KultUp beim hr-Sinfonieorchester (Director’s Cut)

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