Dialogische Kulturvermittlung am Beispiel der Frankfurter Kultur-Tweetups

Die Residenz München hat zur Blogparade gerufen und wir sind dabei. Wir, das sind Tanja Neumann und Ulrike Schmid mit unserem gemeinsamen Projekt „KultUp – Tweet up your cultural life!“.

Es ist gerade erst geschlüpft – um präzise zu sein –, haben wir am vergangenen Donnerstag den ersten Kultur-Tweetup im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt durchgeführt. Noch ganz überwältigt von der großen und positiven Resonanz, die dieser Frankfurter Kultur-Tweetup nicht nur in der Online-Welt ausgelöst hat, sind wir nun frohen Mutes weiter am Pläne schmieden.

Was unter einem Kultur-Tweetup zu verstehen ist, wurde an anderer Stelle von uns schon mehrfach beschrieben. Nur so viel: Bei KultUp handelt es um ein Twitter-Event, bei dem sich einerseits Menschen, die gleichzeitig Twitter-User sind, ganz real in einer Kultureinrichtung verabreden, um gemeinsam von dort über ihre Erlebnisse twittern. Durch die Festlegung eines Hashtags – einem Kürzel inkl. # (#ktwpffm) können gleichzeitig andere Twitterer daran teilhaben.

Das Projekt
KultUp wird von uns, angetrieben durch unsere Kultur-Passion, privat organisiert. Es kann allerdings nur erfolgreich realisiert werden, wenn die verschiedensten Kultureinrichtungen mit uns kooperieren. Da wir schon den zweiten Kooperationspartner fix haben und auch schon erste Anfragen erhalten haben, bahnt sich jetzt schon Interesse an.

Die Motivation
Obwohl Frankfurt reich an Kultureinrichtungen (wir verwenden den Begriff synonym für alles was mit Kultur zu tun hat: von Museen über Bibliotheken, Orchestern und Theater bis hin zu einzelnen Künstlern) ist, machen nur die Wenigsten durch ihre partizipativ angelegten Social-Media-Aktivitäten von sich reden. „Patriotisch“ gesprochen möchten wir mit diesem Twitter-Event erreichen, dass Frankfurt in der Online-Welt wahrgenommen wird, als eine Stadt in der auch in kultureller Hinsicht Social-Media-mäßig was passiert. Andrerseits würden wir uns freuen, wenn die KultUps auch dazu beitragen, dass sich Kultureinrichtungen intensiver mit Social Media (allen voran dem Medium Twitter) auseinandersetzen.

Die Umsetzung
Geplant ist, dass wir circa alle sechs Wochen einen Kultur-Tweetup organisieren und realisieren. Ideen haben wir reichlich, so planen wir, dass wir im Mai unter dem Motto „Depotgeflüster“ im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, mehr über Bücher erfahren. Des Weiteren wollen wir

  •  ein Orchester oder eine Opernaufführung besuchen,
  •  von einem Kurzfilmfestival zwitschern,
  •  Theaterluft in einer der Werkstätten schnuppern dürfen,
  •  ein Sammlungslager in Augenschein nehmen dürfen.

Soweit die Ideen.

Doch wie sie die Umsetzung konkret aus? Am Anfang stehen die Absprachen mit dem Kooperationspartner, die aus Leistung (etwa Terminfestlegung, Was kann als Mehrwert angeboten werden, Ankündigung des Events in deren Medien) und unserer Gegenleistung, die in erster Linie auf der Medienarbeit und Mobilisierung der Twitterer besteht, sowie der entsprechenden Dokumentation des Twitter-Events. Wir machen uns Gedanken, welche BloggerInnen wir wie einbeziehen können. Sei es als Sponsor, sei es als BerichterstatterIn oder als aktive Kooperationspartner (demnächst mehr dazu). Wir halten allerdings auch die Augen offen, um neue Medien für die Kultur-Tweetups zu erschließen, die per se nicht als „Nicht-Kultur-Medien“ gelten, da wir auch mit dem Ziel angetreten sind, Kulturthemen aus der üblichen Kulturszene heraus zu holen im Sinne von „Raus aus dem Feuilleton, rein in die Talkshow“.

Der Nutzen für die Kooperationspartner

  •  mehr Aufmerksamkeit
  • Neugierde auf das kulturelle Angebot wecken,
  • Steigerung der Reputation,
  •  höhere Reichweite und vor allem die Möglichkeit,
  • mit dem Blick hinter die Kulissen Vertrauen aufzubauen, das letztlich in neue Fürsprecher für die Kultureinrichtung münden kann.

Soweit unser „herausragendes Thema für 2012“. Bleibt nur noch abschließend zu erwähnen, dass ich meinen ersten Tweetup in der Residenz München erleben durfte. So schließt sich der Kreis.

5 thoughts on “Dialogische Kulturvermittlung am Beispiel der Frankfurter Kultur-Tweetups

  1. Pingback: Residenz München » Aufruf zur MUSEO-Blog-Parade 2012: Was ist Euer herausragendes Thema für 2012?

  2. Liebes KULTUP-Team,

    das Timing war perfekt: 1. Tweetup im MMK in Frankfurt und 1. Teilnahme an der MUSEO-Blog-Parade 2012 des Residenzmuseums – prima!

    In der Tat schließt sich hier der Kreis: Der letzte Beitrag zur Blogparade behandelt das Thema der Tweetups in Museen und Kultureinrichtungen. Das Residenzmuseum durfte daran auch schon einmal teilnehmen. Für uns war es eine sehr lehrreiche und inspirierende Erfahrung. Wir finden es klasse, dass jetzt auch Frankfurt ein solches Format hat. Die Aufmerksamkeit sowie die Neugier auf Kultur dürfte damit geweckt werden. „Raus aus dem Feuilleton, rein in die Talkshow“ vermag der richtige Ansatz sein.

    Wir wünschen jedenfalls dabei viel Erfolg und sind schon sehr gespannt auf die weiteren Tweetups!

    Sonnige Grüße aus München

    Tanja Praske
    Zuständig für den Web2.0-Auftritt des Residenzmuseums
    http://www.facebook.com/ResidenzMuenchen

  3. Danke Tanja, für deinen netten Kommentar. Wir sind auch schon gespannt, wie es weiter geht und wie die weiteren Reaktionen sein werden.

  4. Pingback: Residenz München » Fazit 2/2 – MUSEO-Blog-Parade 2012: 18 „Appetitmacher auf Kultur“ entwerfen Kaleidoskop kultureller Vielfalt

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